Himmelwärts (UA) / © Jochen Klenk

Himmelwärts (UA)

Von Karen Köhler

Ab 8 Jahren

Was, wenn zwei Mädchen versuchen würden, mit ihrer verstorbenen Mutter Kontakt aufzunehmen, von der bei der Beerdigung gesagt wurde, dass sie jetzt im Himmel sei? Was, wenn diese beiden Kinder sich nach einer Anleitung aus dem Internet so ein kosmisches Radio bastelten und himmelwärts in den nachtdunklen Sternenhimmel funkten? Weil, so ein Arschloch kann der Tod doch nicht sein: Mama kann doch nicht einfach weg sein, irgendwas muss doch noch übrig sein von ihr. Und so senden sie jeden Abend ihre Sehnsucht in den Himmel. »Ground control to Major Mama«-mäßig. Was, wenn plötzlich wider Erwarten, nach scheinbar endlosen Versuchen, eine Antwort käme: Die Astronautin Zanna hat den Amateurfunk der beiden Mädchen aufgefangen und antwortet ihnen von der Raumstation ISS aus. Über die Distanz beginnen die Mädchen einen Dialog mit der Astronautin. Zanna beantwortet geduldig die Fragen der Mädchen, sie streifen dabei die Weite und Unendlichkeit des Universums ebenso, wie Zähneputzen und Pinkeln in der Schwerelosigkeit, die Frage, ob es Leben auf dem Mars gibt und landen bei der Endlichkeit allen Lebens. Behutsam dringen sie in die Tiefe der philosophischen Fragen der Menschheit vor.

Letztlich kann die Astronautin den Kindern ein Stückchen helfen, mit der Trauer um die verstorbene Mutter umzugehen und sie versucht ihnen zu beschreiben, was sie da oben im Himmel alles sehen kann. Aber auch die Astronautin ist von einer Sehnsucht geplagt, weil sie ihr Erdenleben doch ziemlich vermisst: Die Schwerkraft, das Gefühl barfuß über eine Wiese zu laufen. Vogelgezwitscher. Oder den Geschmack von Pommes mit Mayo. Das alles müssen die Kinder ihr beschreiben. Dann beginnt die Verbindung abzureißen. Die Autorin Karen Köhler sagt über den an sie vergebenen Stückauftrag: »Das Thema Kosmos wurde mir vom Jungen Theater Ingolstadt vorgeschlagen und meine Phantasie hat gleich angebissen, weil ich großer Weltraumfan bin. Mich interessiert neben all dem zu Entdeckenden da draußen (Sonnensystem, Galaxie, Raumfahrt, Rote Riesen, Schwarze Löcher, Pferdekopfnebel) auch der philosophische Ansatz als Thema sowie die Frage danach, ob es extraterrestrisches Leben gibt, wie es aussehen könnte und wie man damit kommuniziert. In meiner Beobachtung haben Kinder die Superkraft, sich über alle Sprachgrenzen hinaus zu verständigen. In ›Himmelwärts‹ (AT) sollen explizit Mädchen ins Zentrum im Umgang mit dem Thema Weltraum gestellt werden. Es ist ein bisschen auch die Eroberung oder die Aneignung eines Raumes, der immer noch sehr stark mit männlicher Expertise in Verbindung gebracht wird. Während meiner bisherigen Recherche bin ich bei der NASA auf ein Programm gestoßen, das Mädchen beibringt, wie sie sich ein Radio bauen und dann mit der Internationalen Raumstation ISS in Verbindung treten können. Da hat es bei mir sofort geklickt und eine Idee fing an Gestalt anzunehmen.«

Das Stück und die Inszenierung sind im Rahmen von »Nah dran«, Neue Stücke für das Kindertheater, ein Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums und des Deutschen Literaturfonds e.V. mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert worden.

 

Bitte beachten Sie, dass bei der Inszenierung »Himmelwärts (UA)« Stroboskopeffekte zum Einsatz kommen.

 

Hier finden Sie das Programmheft.

Regie: 
Mia Constantine
Ausstattung: 
Jan Hendrik Neidert, Lorena Díaz Stephens
Musik: 
Claudius Ress
Dramaturgie: 
Hannah Balber
Ausstattungsassistenz: 
Nele Matthies
Regieassistenz/ Inspizienz/ Soufflage: 
Katharina Wüstling
Theatervermittlung: 
Magdalena Rozniakowska
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Dauer: 75 Minuten
Donaukurier – 19.04.2022
»Umjubelte Premiere von ›Himmelwärts‹ über spannende Verbindungen«

»Im neuen Kinderstück ›Himmelwärts‹ ab 8 Jahren, das am Samstag seine von Groß und Klein umjubelte Uraufführung in der Werkstattbühne feierte, erfahren wir viel Wissenswertes über unsere sich immer weiter ausdehnende Galaxie, unsere bedrohte Erde im Großen und den fragilen Kosmos Familie im Kleinen. Das poetische Stück wurde von Bestsellerautorin Karen Köhler (›Miroloi‹) als Auftragswerk des Jungen Theaters Ingolstadt im Rahmen des „Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater“- Projektes geschrieben und unter der Regie von Mia Constantine fantasievoll inszeniert. (...) Großer Applaus für diesen wunderschönen, fantasievollen, philosophischen, lustigen, nachdenklichen und erhellenden Blick auf unsere Welt! Der nächste Girls Day kann kommen!«

Kulturkanal Ingolstadt – 19.04.2022
»Großer Applaus nach ›Himmelwärts‹ im Jungen Theater«

»Regisseurin Mia Constantine sorgt neben magischen Bildern vor allem auch dafür, dass diese Sehnsucht nach der toten Mutter und der Dialog über die Schönheiten der Erde und den Köstlichkeiten des Erdenlebens nicht allzu getragen daher kommen. Clara Schwinning und Wiebke Yervis dürfen mit viel Spielfreude herumalbern, sich lustig vor dem Vater, der immer wieder nachsieht, ob die Kinder auch schlafen, verstecken. Und als die Stimme aus dem Weltall ertönt, wetteifern sie gerade, wer die meisten Marshmallows in den Mund stopfen und dabei noch sprechen kann.«

Die deutsche Bühne – 17.04.2022
»ein spannungsvolles Spiel«

»Der Uraufführungsinszenierung von Mia Constantine am Jungen Theater Ingolstadt gelingt es, (...) dass die Spannung des jungen und des älteren Publikums erhalten bleibt: Indem sich die Regie paradoxerweise auf den Text konzentriert und fokussiert, hört man gerne den philosophischen Sätzen zu und genießt die Schönheit der Sprache Köhlers. Darüber hinaus entwickelt Constantine mit Clara Schwinning als Toni und insbesondere Wiebke Yervis als Yum-Yum kleine Spiele voller Situationskomik (..)«

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